SCHMERZKLINIK am ARKAUWALD
Fachklinik für spezielle Schmerztherapie

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Informationen zum Thema Schmerz und Schmerztherapie

ARTHROSESCHMERZ

Eine Art hrose ist die häu figste Ursache für Gelen ksschmerzen. Die Art hrose ist eine vorwiegend degen erative (= abnutzungsbedingte) Gelenkerkran kung, hauptsächlich des Gelen kknorpels, die (mit großen Schwankungen) erst mit zunehmendem Al ter auftritt.

Beispiel einer (primären) Arthrose:

Arthrose der Fingerendgelenke, die sog.
Heberden-Arthrose

Quelle: www.de.academic.ru

Bei der deform ierenden (= verunstaltenden) Art hrose (Arth rosis deformans) bestehen chron ische, schmerzhafte, zuneh mend funktionsbehindernde Gelen kveränderungen infolge eines Mißverhäl tnisses von Tragfähigkeit und Belas tbarkeit. Betroffen sind vor allem das Hüf t- und Kniegelenk.

Man unterscheidet bei der Arthrose zwei For men:

  1. Idiopathische Ar th rose oder pr imäre Ar throse. Darunter versteh t man eine Eigenerkrankung des Gelen ks in Form einer anlagebedingten Minder wertigkeit des Gelenkknorpel s ohne Vorerkrankung. Die Ursache ist nicht bekann t.

  2. Sekundäre / symptomatische Arthrose nach Vorerkran kungen. Typische Vorer krankungen sind z.B. die rheumatoide Arthr itis (= Gelenkentzün dung), kongen itale Luxationen (= angeborene Gel enkausrenkungen), Frakturen (= Brüche) gelen knaher Kn ochen (posttraumatische Arthrose), idiopathische (= ohne erkennbare U rsache entstandene) Ne krosen (= örtlicher Gewebstod) des Gelen kkopfes, Überlastungen (Kniegelenke beim Fl iesenleger), aber auch permanente Fehlbelas tungen z.B. bei Feh lstell ung der Be i n e (X - oder O - Beine) oder voraus gegangene Gelen ksentzündungen (Arthri tis).
    Zur Prävention
    (= Vor beugung) eines Arthroseschmerz es soll ten deshalb bei Fehl belastungen präar throtische (= einem Arth roseschmerz vorausgehenden, einen Arthroseschmerz begüns tigenden) Defor mitäten (= Fehlbildungen) beseitig t werden.

Eine Arth rose der Unkovertebralge len ke (= "Halbgelenke" an der Halswirbelsäule zwischen einem Vorsprung der Deck platte und der Abschlußplatte benachbar ter Wirbelkörper), die sog. Unkovertebralar throse, kann zu Sch merzen in der Halswirbelsäule bzw. zu einem Zer vikal-Syndrom führen.

Eine Arthrose der kleinen Wirbelgelenke hpts. im Len denbereich kann zu Rücken schmerzen führen. Man spricht dann von einem sog. Face ttensyndrom.

In den letzten Jahren hat die operative Beh andlung der Arth rose große Bedeu tung erlangt. Folgende Me thoden stehen zur Verfügung:

Die Behandlung mit Hyal uronsäure hat sich als wirksame Thera pie bei einem Arthroseschmerz etablier t. Speziel l für die Behandlung der kleinen Syno vialgelenke (= echtes Gelen k , also mit Gele nkspalt, Gelenkkapsel und Gelenksch miere) gibt es eine Min i-Fertigspritze (1 ml Natriumhyal uronat).

Nicht wenige Patient en mit einem Arthroseschmerz kommen zum Sch merztherapeut, weil sie eine Operat ion vermeiden bzw. zeitlich hi nauszögern wollen oder eine Operation aus anderen gesund heitlichen Gründen ris ikobehaftet ist. Die moderne Schmerztherapie verfüg t gerade bei einem Arthroseschmerz über hilf reiche Behandlungsmöglichkeiten, die z.T. zu erstaun lichen Resultaten fü hren.

Medikamentöse Behandlung bei Arthroseschmerzen:
Aku
t und subakut kön nen bei einem Arthroseschmerz zunächs t (vor wiegend) peripher wirkende Anal getika (= Sch merzmittel, die am Ort der Sch merzentstehung wirken) eingesetzt werden, ins besondere sog. nicht steroidal e Antirheu matika (= Rheu ma mittel), aus dieser Gruppe möglichst lang wir kende und magen schonende wie z.B. Melox icam. Besonders magenschonen d und auch entzündungshem mend sind die sog. COX- 2 In hibitoren, z.B. Pareco xib oder Etoricoxib, allerd ings scheint diese Stoffgruppe mit einem Her z-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zu mindest bei längerer Therap iedauer. Es bleibt abzuwarten, ob diese Mittel nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere Schmerzmittel dieser Stoffg ruppe zuvor.
Bei zusätzlich besteh
enden, schmerzha ften Muskelverspannungen kö nnen darüber hinaus auch Mus kelrelaxanzien (= Mittel zur Entspan nung von Muskeln) (z.B. Orphenad rin, Tolperison) verordne t werden.
Manchmal sind aber d ie Schmerz zustände nur mit zen tral wirkenden Analgetika ((z.B. Tra madol, Tilidin, O xycodon (Tili din oder Oxycodon auch mit Na loxon) oder Morphin)) (= im Gehirn bzw. Rückenmar k wirkende Schmerzmittel) beherrsch bar.
Grundsätzl ich sollte aber auch bei diesem Schmerz eine längerfrist ige Schmerzmittelverordnung wegen der Gefah r der Gewöhnung oder gar Abhängig keit vermieden werden. Die Kombinat ion mit schmerzdistanzierenden An tidepressiva (= Mittel gegen Depression, aber auch bei ch ronischen Schmer en hilfreich) (z.B. Doxepi n, Maprotilin) oder Neurolept ika (= „Nervendämp fungsmittel“) hilft in vielen Fäl len Schmerzmittel einzusparen.

Therapeutische Lokalanäs thesie (= Behandlung mit einem ör tlichen Betäubungsmittel) beim Arthroseschmerz:
Bei einem anhal
tenden Arthroseschmerz sollten rech tzeitig alternative Methoden eingesetzt wer den. Eine sehr wirksame Al ternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder Suchtpotential, ist die t herapeutische Lokalanästhesie mit einem lan g wirkenden örtlichen Betäu bungsmittel (z.B. Bupivacain) in For m von örtlichen Betäubungen und Nerven blockaden. Dabei werden d ie schmerzhaften Gelen ke wiederholt (sta tionär bei uns zwei mal täglich, auch an Woch enenden) großzügig per ikapsulär (= um die Gelenk kapsel herum) infiltriert.
Schmerzhaf
te Gelenke können auch mit "Zee l" umspritzt werden, was manchen Patien ten mit "homöopathischer" Grun deinstellung sehr en tgegen kommt.
Als nächst höhere Therapiestu
fe kommen wiederholte Nerven- bzw. Lei tungsblockaden in Frage, in har tnäckigen Fällen auch kontinuierlich mit Kat heter*.

Ner ven und Nervengef lechte:

zugehör ige Gelenke:

Plexus brachial is:

Ellen bogen, Hand- und Fi ngergelenke,

mit der sogenannten retrograd hohen Var iante kann

auch das Schultergelenk erreich t werden

Plexus lumbalis (mittels

N. femoralis-Katheter):

Hüf tgelenk

N. femoralis:

Kn iegelenk

N. ischiadicus:

Fu ßgelenke

Grundsätzlich wird das Lokal anästhetikum (= örtliche Bet äubungsmittel) jeweils so verdünn t verabreicht, daß nur die Sensibil ität (= u.a. Schmerzempfindung) betroffen ist, die Motori k (= Muskelfunktion) aber erhal ten bleibt und damit begleitend in tensive, gelenkfunktionserhal tende sowie funktionsfördernde kran kengymnastische Übungsbehandlungen möglich sind, bzw. bei einem stär keren Arthroseschmerz durch Hemmung der Nozizep tion (= Schmerzreizleitung) erst möglich werden. Diese Nerven blockade n haben darüber hinaus einen sehr günstigen Nebeneffek t:

Die deutsche Arthrose-Hilfe e.V. dazu:
" Was tun gegen Arthrose in der f te? Schmerzen in der f te können in vielen Fällen auf eine Durchblutungs störung hinweisen, die sogar zu einem Zus ammenbrechen des Hüftkopfs führ en kann. Oft entwickelt sich dann eine bes onders schwere Art hrose des Hüf tgelenks."

* Bei der sog. kon tinuierlichen Blockade mit Katheter wird ein dün ner Kunststoffschlauch vor übergehend (z.B. 10 -14 Tage lang) dicht an Ner vengeflechte bzw. den betroffenen Nerven eingepflanz t. Die Einpf lanzung erfolg t durch eine handelsübl iche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werd en. In der Folge wird über diesen Kat heter mehrmals täg l ich, jeweils nach Abk lingen der vorangegangenen Dos is, das örtl iche Bet äubungsmittel völlig schmerz los nachgespritzt. In bestimm ten Fällen kann zur Verabreichung des ört ichen Betäubungsmittels durch den Kat heter h indurch auch eine k leine Pum pe angesch lossen werden.

Phy sikalische Schmerz herapie bei ein em Arthroseschmerz:
Auch eine Elek
t rostimulation kann bei einem Arthroseschmerz e ine Besch werdelinderung herbei führen. Die trans kutane Nervens timulation mit Nieder frequenzgenerator (TENS) hat den Vorteil, daß sich d ie Patienten bei Bedar f selbst behandeln können. Die Elektrod en werden paarig über dem bet roffenen Gelen k aufgeklebt. Durch Verän derung der Stimulationsfrequen z und der Elekt rodengröße kann die Wirkung opt imiert werden.
Eine weitere physikal
ische Behand lungsmöglichkeit ist die oberflächliche Käl tetherapie im Schmerzbereich. Wir verwenden einen e lektrischen Kaltluftgenerator, dessen Lu ftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C abgekühl t ist.
Manche Patien ten mit einem Arthroseschmerz empfinden allerdings lokale Wärmeappl ikationen (Rotlicht) als besser wir ksam. Warme Bäder können ebenfalls einen chronischen Arthroseschmerz l indern, gleiches gilt für die Wär mekammer.
Auch die Mag netfeldtherapie ist bei einem Arthroseschmerz eine gute I ndikation
(=Anzeige).
Die Verordnung von al
lgemeinen Massagen ist bei einem Arthroseschmerz nich t sinnvoll. Für den Patient mag diese Behand lung zwar angenehm sein, aber unter schmerztherapeu tischem Aspekt bringt sie nich ts und führt nur zu unnötigen Kos ten.
Nahezu unverzich tbar ist aber bei einem Arthroseschmerz die heilgym nastische Therapie, da meist nur diese geeigne t ist, Gelenkfunktionen zu fördern bzw. zu erhal ten.

Andere Maßnahmen zur Beha ndlung von Arthroseschmerz en:
Der Vollständigkeit halber darf die Akupun ktur nicht unerwähn t bleiben.
Hy
pnoide (= bewußtseinsveränder nde) Verfahren wie autogenes Train ing oder progressive Relaxation nach Jakobso n sind im Rahmen einer psycholog ischen Mitbetreuung eine sinn volle Ergänzung der Gesam tstrategie. Auch ist ein Schmerzbewäl tigungstraining sinnvoll.

Wenn ein Arthroseschmerz län gerfristig besteht, ist davon auszugehe n, daß bereits ein Chron ifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadien einteilung) vorliegt. In diesen Fäll en ist eine rein so matische (= körperliche) Behand lung kaum mehr ausreichen d, sondern es müssen zusätzlich psycholog isch /psychotherapeutische Interven tionen erfolgen.

Kommt man um eine Operat ion (künstlicher Gelen kersatz) nicht herum, weil z.B. durch blutungsfördernde Maßnahmen nich t, oder zu spät eingeleitet wurden, so bie ten die Methoden der modernen Schmerz therapie optimale Vorausset zungen für eine nachfolgende Ansch lußheilbehandlung (AH B) bzw. Ansch lußrehabilitation.

Viele gute Gründe sprechen für eine stationäre Behandlung in der SCHMERZKLINIK am ARKAUWALD, so z.B.:

Für Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen bieten wir auf der Grundlage des § 40 bzw. 111 SGB V Rehabilitationsbehandlungen an und für Patienten mit privater Krankenkasse werden Krankenhausbehandlungen gemäß OPS 8-918 durchgeführt. Die Klinik ist beihilfefähig. Teilweise übernehmen auch Rentenversicherungen und Berufsgenossenschaften die Kosten für eine stationäre Schmerztherapie.
Die Kostenübernahme muß aber zuvor (gilt auch für private Kassen oder Beihilfe) beantragt werden.

Wenn Sie Fragen haben oder ein anderes spezielles Schmerzthema suchen, schicken Sie uns einfach ein kurzes Mail: schmerz@schmerz.com. Wir informieren Sie prompt. Wir haben über 700 Themen im Internet, diese können wir hier aber nicht alle auflisten.

Infos (z.B. Prospekt) können Sie zu jeder Tages- oder Nachtzeit anfordern, auch am Wochenende!
Tel.: +49 (0) 7931 - 545-0 * Fax: +49 (0) 7931 - 545-131

Sie wollen mit einem erfahrenen Schmerzarzt sprechen? Kein Problem, einfach jeweils an einem Mittwoch zwischen 13.00 und 14 Uhr oder Donnerstag zwischen 13.00 und 15.00 Uhr die Tel.-Nr. 07931-5450 anwählen (keine extra Gebühren).

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Impressum Aktualisiert:>11.10.2009</>